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Das Licht in der Dunkelheit
Gottesfürchtige Menschen glauben an göttliches Licht. Die Bibel sagt: „Gott ist Licht, in ihm ist keine Finsternis.“ (1. Johannes 1,5) Gott schien in die Dunkelheit hinein, indem er sich selbst durch die Propheten offenbarte. Wie geschrieben steht: „Dein Wort ist eine Leuchte für meinen Fuß und ein Licht auf meinem Weg.“ (Psalm 119,105) Der Koran sagt: „Gott ist das Licht ... Wir haben die Tora [zu Mose] hinabgesandt, in der Rechtleitung und Licht enthalten sind.“ (Sure 24,35; 5,44) Christen und Muslime glauben, dass Jesus Christus das „Wort Gottes“ (Arabisch: Kalimatullah) ist. Dass Jesus das Wort Gottes war, heißt, dass er Licht brachte. Wir lesen im Injil (Evangelium): „Das Wort wurde Mensch ... und dieses Leben schenkt allen Menschen Licht. Das Licht scheint in der Dunkelheit.“ (Johannes 1,14.4.5) Wir lesen ebenso in Sure 5,46, dass Jesus „das Evangelium“ empfing, „das Rechtleitung und Licht enthält und das bestätigt, was von der Tora vor ihm vorhanden war“. Einige Tage nach seiner Geburt wurde Jesus in den Tempel gebracht, um beschnitten zu werden. Wir lesen wie Simeon, während er das Kind in seinen Armen hielt, eine erstaunliche Prophezeiung aussprach: „Er lobte Gott und sagte: ,Ich habe den Retter gesehen, den du allen Menschen geschenkt hast. Er ist ein Licht, das den Völkern Gott offenbaren wird.‘“ (Lukas 2,28-32) Dieses messianische Licht wird beschrieben als ein „heller Morgenglanz aus der Höhe, [der] zu uns kommen [wird], um denen Licht zu bringen, die in der Finsternis und im Schatten des Todes leben“ (Lukas 1,78f., NGÜ). Dies ist die Erfüllung dessen, was der Prophet Maleachi voraussagte: „Für euch aber, die ihr meinen Namen achtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und ihre Strahlen werden Heilung bringen.“ (Maleachi 3,20) Wir wissen alle, dass Jesus wunderbare Heilungen vollbrachte. Aber was hat das mit Licht zu tun? Jesus sagte, Gutes tun sei eine Art zu leuchten: „Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Matthäus 5,16, LUT) Im Injil lesen wir von Jesus: Er brachte „ein helles Licht ... [nach] Galiläa, [wo] so viele Menschen leben, die Gott nicht kennen. ... Er heilte die Menschen von ihren Krankheiten und Gebrechen. Die Neuigkeiten über ihn verbreiteten sich weit über die Grenzen Galiläas. Bald strömten die Kranken sogar aus Syrien herbei, um sich von ihm gesund machen zu lassen. Und ganz gleich, welche Krankheit und welche Beschwerden sie quälten - er heilte sie.“ (Matthäus 4,15f.23f.) Es gibt ein interessantes arabisches Sprichwort, das Licht auf die verwunderliche Prophezeiung der aufgehenden „Sonne“ der Gerechtigkeit wirft, deren Strahlen „Heilung“ bringen. Dieses Sprichwort verbindet Sonne und Heilung, indem es rät: „Geh zu der Sonne wie du zum Arzt gehst.“ Es ist weithin bekannt, dass Ärzte ihren Patienten mit offenen Wunde raten, in die Sonne zu gehen, da Morgensonne Wunden schneller heilen lässt. Zudem bewirkt Sonnenlicht die Bildung des für unsere Gesundheit essentiellen Vitamin D. Dazu kommt, dass es ein Heilmittel für depressive Menschen ist. Unter den vielen kranken Menschen, die von Jesus geheilt wurden, waren einige in einem kritischen Zustand, manche sogar todkrank. Jesus war ein Leuchtfeuer der Hoffnung für diese Menschen. Wenn er eingriff, wurden sie vor dem Tod gerettet. Wir könnten sagen, dass Jesus ihre Rettung war. (Lukas 7,2ff.; 8,43ff.) Menschen vor dem Tod zu retten, nimmt eine neue Bedeutungsebene an, wenn wir erkennen, dass das Licht des Messias voller Macht auf die schien, die „in der Finsternis und im Schatten des Todes“ lebten. Nicht nur dies, Jesus erweckte auch Tote wieder zum Leben (wie es in Koran und Bibel gelehrt wird). Es gibt noch eine weitere Prophezeiung über Licht, über die es sich lohnt nachzudenken. In Jesaja 49,6 lesen wir, dass Gottes Knecht, der Messias, ein „Licht für die Völker und Rettung für die ganze Welt“ sein wird. Wir haben bereits gesehen, dass Jesus Christus Gottes Wort ist (Kalimatullah) und als solches „allen Menschen Licht“ schenkt. Nun werden wir Christi Lehre betrachten und erneut die enge Verbindung zwischen Licht und Leben sehen: „Ich bin das Licht der Welt“, sagte Jesus, „Wer mir nachfolgt, braucht nicht im Dunkeln umherzuirren, denn er wird das Licht haben, das zum Leben führt.“ (Johannes 8,12) Einige Jahre nachdem er in den Himmel hinaufgefahren war, erschien Jesus Johannes in einer Vision und sagte: „Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot und bin lebendig für immer und ewig! Ich habe die Schlüssel des Todes und des Totenreichs.“ (Offenbarung 1,18) Johannes beschrieb, dass Christi Gesicht „strahlte wie die Sonne in ihrer ganzen Pracht“. Dieses überwältigende Strahlen Jesu erinnert uns an den messianischen Titel „Sonne der Gerechtigkeit“. Dieses strahlende Licht setzt voraus, dass er vollkommen rein und sündlos ist (vgl. Sure 19,19). Darf ich Sie bitten, Folgendes einmal zu bedenken: „Wenn Jesus wirklich von den Toten auferstanden ist, ergibt es dann nicht Sinn, dass er die Schlüssel des Todes und des Totenreichs hat?“ Immerhin betrat er dieses Totenreich und verließ es erfolgreich! Niemand sonst hat dies jemals getan! Im vierten Kapitel des Johannesevangeliums sehen wir ein interessantes Beispiel, wie Jesus Menschen, die „Samaritaner“ genannt wurden, geistliche Erleuchtung brachte. Wie ihre jüdischen Halbbrüder glaubten sie an den einen Schöpfergott, der Mose das Gesetz offenbarte. Doch leider kamen die Samaritaner in einigen Fragen von dem richtigen Weg ab. Jesus sagte, dass sie Gott nicht richtig kannten, indem er erklärte: „Die Erlösung kommt durch die Juden.“ (Johannes 4,22) Heute fühlen sich viele Menschen mit dieser Art von Bemerkung nicht wohl, es erscheint ihnen engstirnig und voreingenommen. Wer sind wir, um über die Kultur eines Anderen zu urteilen? Diese Menschen vergessen, dass es das jüdische Volk war, durch das Gott die Propheten, die Schrift und schließlich den Messias sandte, von dem Gott versprach, dass er Rettung bringen würde. Letztendlich akzeptierten die Samaritaner dann Jesu liebevolle Ermahnung. Nachdem sie ihn zwei Tage lang beobachtet und ihm zugehört hatten, erkannten sie: „Er ist wirklich der Retter der Welt.“ (Johannes 4,42) In den letzten Jahren berichteten viele Muslime, dass sie Jesus in einer Vision mit einem hellen Licht gesehen haben. Vielleicht haben Sie (oder einer Ihrer Freunde) solch eine Vision gehabt. Andererseits kämpfen Sie möglicherweise mit Gefühlen der Skepsis oder Feindschaft gegenüber Juden. Wie die samaritanische Frau können Sie nicht nachvollziehen, dass das angekündigte Heil durch die Juden kommt. In gewisser Hinsicht sollte es für Sie aber nicht mehr so schwierig sein, Al Masihu Isa (Jesus) als Retter anzunehmen, wenn Sie erkennen, dass Allah Jesu Namen absichtlich wählte. Zudem bedeutet dieser Name „Gott ist Rettung“, wie es von Muhammad I. A. Usman in seinem Buch „Islamic Names“ (S. 77) bestätigt wurde. Wenn Sie zu der Erkenntnis gekommen sind, dass Jesus Gottes Licht und Rettung ist, würde ich mich freuen, von Ihnen zu hören, so dass ich Sie weiter ermutigen kann. Genauso können Sie sich gerne an mich wenden, wenn Sie Fragen haben, die Sie gerne stellen würden. Die englische Originalfassung dieses Artikels mit dem Titel „Lighting up the Darkness“ finden sie hier. Alle Bibelzitate (wenn nicht anders angegeben) sind der Neues-Leben-Übersetzung entnommen. Die ersten beiden Koranzitate entstammen Adel Khourys, die restlichen Muhammad Ahmad Rassouls Übersetzung. -
Wegweiser zum Paradies
Wie die Bibel betrachtet der Koran die übernatürliche Geburt Jesu als ein Zeichen Gottes. Er lädt dazu ein, über die Zeichen Allahs nachzudenken, indem er sagt, diese seien für „Leute, die nachdenken, (...) die hören, (...) die begreifen“ (Sure 30,21-24). Es ist interessant, wie die Mutter Christi reagiert, als der Engel ihr die Botschaft von ihrem Wunder-Sohn überbringt: „Maria aber bewahrte alle diese Dinge in ihrem Herzen und dachte oft darüber nach.“ (Lukas 2,19) Für Christen und Muslime auf der ganzen Welt gilt Maria mehr als jede andere Frau als von Gott gesegnet. Schon immer war sie ein Symbol der Keuschheit, doch kann sie uns auch auf anderen Ebenen inspirieren, wie zum Beispiel in der Art und Weise, mit der sie über das übernatürliche Zeichen nachdachte. Ihr Streben nach Weisheit machte ihre Liebe für und Hingabe an Gott deutlich. Der Koran sagt, dass die Geburt ihres besonderen Sohnes weltweite Bedeutung hatte. Er beschreibt diese übernatürliche Geburt als „Zeichen für die ganze Schöpfung“ (Sure 21,91). Tatsächlich war die globale Dimension des Auftrags dieses Messias von den Propheten angekündigt worden. Als der kleine Jesus zur Beschneidung in den Tempel gebracht wird, lesen wir von Simeon: Er „nahm das Kind auf seine Arme und lobte Gott und sagte: Herr, nun kann ich in Frieden sterben! Wie du es mir versprochen hast, habe ich den Retter gesehen, den du allen Menschen geschenkt hast. Er ist ein Licht, das den Völkern Gott offenbaren wird, und er ist die Herrlichkeit deines Volkes Israel!“ (Lukas 2,28-32) Diese prophetischen Worte bestätigen, was ein früherer Prophet angekündigt hatte, dass nämlich Gott durch den Messias „Rettung für die ganze Welt“ (Jesaja 49,6) bringen würde. Diese Ähnlichkeiten in der biblischen und koranischen Darstellung von Jesu Geburt sind in der Tat bemerkenswert. Doch gibt es ein Detail, das wir bisher noch unbeachtet ließen. Lassen Sie uns einen Augenblick lang betrachten, wie Maria den Namen ihres besonderen Sohnes auswählte. Bibel und Koran geben an, dass sein Name von einem Engel offenbart wurde (Matthäus 1,21; Sure 3,45). Haben Sie sich jemals gefragt, warum Gott den Namen „Jesus“ wählte? Es kann kein Zufall oder keine Nebensache gewesen sein. Gott, der alle Dinge kennt, muss einen Grund, eine Absicht gehabt haben. Er wählte einen Namen, der den Charakter und die Taten des Messias vollkommen widerspiegelte. Wie Muhammad A. Siddiqui in seinem Buch „Names for Muslim Children“ beobachtete: „Der Name ist die wahre Vorstellung der Persönlichkeit und die wahre Darstellung der Taten eines Mannes.“ Wenn wir herausfinden möchten, wie bedeutungsvoll Jesu Name ist, müssen wir lediglich fragen: „Inwiefern passten seine Taten mit der Bedeutung seines Namens zusammen?“ Lange bevor Jesus geboren wurde, kündigte ein Prophet an, was der Messias, der Knecht des Herrn, tun würde. Er wird „Rettung für die ganze Welt“ bringen (Jesaja 49,6). Deshalb ist es nicht überraschend, dass der Name „Jesus“ genau das bedeutet: Gottes Rettung! Diese Grundbedeutung wird von Muhammad I. A. Usman, einem anerkannten Mufti, in seinem Buch „Islamic Names“ bestätigt. Der Prophet Jesaja erläutert im Detail, was diese Rettung bedeutet. In Jerusalem wird Gott „die Binde, die das Gesicht aller Völker verhüllte, abnehmen und die Decke, die über den Völkern ausgebreitet war, wegziehen. Den Tod wird er für immer beseitigen! Er wird die Schmach (...) wegnehmen. Dies hat der Herr versprochen! Dann wird das Volk sagen: Dies ist unser Gott! Auf ihn haben wir gewartet und er hat uns gerettet. Dies ist der Herr, auf den wir unsere Hoffnung gesetzt haben. Wir wollen uns freuen und jubeln, weil er uns rettet!“ (Jesaja 25,7-9) Viele Jahre später wird ein Engel die Geburt Jesu mit ähnlichen Worten ankündigen: „Ich bringe eine gute Botschaft für alle Menschen! Der Retter – ja, der Messias, der Herr – ist geboren!“ (Lukas 2,10) Wenn der Auftrag des Messias darin bestand, Menschen zu retten – wie hat er diesen dann erfüllt? Sowohl Bibel als auch Koran beschreiben die Wunder Jesu, wie er Menschen heilte und ihr Leben rettete. Beachten Sie, dass er nicht nur kleine Wehwehchen heilte – er heilte Menschen, die unheilbar und todkrank waren (Matthäus 11,5; Sure 5,113). Jesus vollbrachte sogar noch spektakulärere Wunder. Er weckte Menschen von den Toten auf. Sie wurden ebenfalls von Gottes Messias gerettet. Doch damit hörte es nicht auf. Jesus rettete auch Menschen, deren Leben durch die Sünde zerstört und ruiniert war. Der Engel Gabriel erklärte, warum Gott den Namen Jesus wählte: „Du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk von allen Sünden befreien.“ (Matthäus 1,21) Lukas 19 ist ein wunderbares Beispiel dafür. Ein berüchtigter Sünder namens Zachäus wurde durch seine Begegnung mit Jesus tiefgreifend verändert. Welch ein freudiger Tag das gewesen sein muss! Die letzten Worte dieser Geschichte zeigen, dass der Messias sich der Bedeutung seines Namens und Gottes Ziels für sein Leben sehr bewusst war. „Heute hat dieses Haus Rettung erfahren, denn dieser Mann hat sich als Sohn Abrahams erwiesen. Der Menschensohn ist gekommen, um Verlorene zu suchen und zu retten.“ (Lukas 19,9-10) Zachäus war nicht der einzige Sünder, der Jesu Gewissheit gebende Worte hörte. Der Dieb, der neben Jesus gekreuzigt wurde, bekannte seine Schuld und bat: „Jesus, denke an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ Da antwortete Jesus: „Ich versichere dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lukas 23,42-43). Die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Geschichten ist unverkennbar: Jesus sagte dem einen Mann „Heute hat dieses Haus Rettung erfahren“, dem anderen Mann sagte er: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ Beide müssen sich durch diese Worte tief getröstet gefühlt haben, ähnlich wie die Frau, zu der Jesus sagte: „Deine Sünden sind dir vergeben (...). Dein Glaube hat dich gerettet; geh in Frieden.“ (Lukas 7,48-50) Beachten Sie auch hier, wie Jesus der Bedeutung seines Namens entsprechend lebte, das heißt, Menschen aus ihren Sünden rettete. Mein Wunsch für jeden einzelnen meiner Leser ist es, dass Sie genau dieselbe Zuversicht erlangen, ins Paradies zu kommen, weil Sie die rettende und reinigende Kraft von Gottes Messias kennen. Ich möchte Sie ermutigen, sich auch mit einer weiteren Betrachtung unter dem Titel „Das Licht in der Dunkelheit“ zu beschäftigen. Sie erklärt die Verbindung zwischen zwei Dingen, die der Messias tun wird, nämlich „Licht und Rettung“ zu bringen. Die englische Originalfassung dieses Artikels mit dem Titel "Signposts to Paradise" finden sie hier. Alle Bibelzitate sind der Neues-Leben-Übersetzung entnommen, die Koranzitate der Übersetzung von Amir Muhammad Adib Zaidan (2000). -
Muss der Papst sich entschuldigen?
In den letzten Tagen, seit der Ansprache des Papstes Benedikt XVI. an der Universität Regensburg am 12. September 2006, haben Muslime sehr stark auf ein Zitat reagiert, das in dieser Ansprache enthalten war. Die Forderungen, die in diesen Reaktionen geäußert wurden, reichten von der Forderung nach einer Entschuldigung für die Äußerungen, über seine Entlassung bis hin zum Aufruf zum Papstmord eines somalischen Geistlichen. Doch worum geht es in diesem Konflikt eigentlich? Was hat der Papst denn gesagt und warum wird diese Äußerung von Muslimen als Beleidigung aufgefasst? Zunächst einmal will ich voranstellen, dass es mir nicht darum geht, die Worte des Papstes zu bekräftigen oder für falsch zu erklären. Ich werde zu diesem Punkt keine persönliche Meinung äußern, sondern mich auf die Aussage konzentrieren, die so große Wellen geschlagen hat, dass sie noch immer nicht ganz abgeebbt sind. Dennoch sei Ihnen, werter Leser geraten, die Ansprache zunächst einmal selbst komplett durchzulesen, bevor Sie diesen Artikel weiterlesen. Um die Rede zu lesen, folgen Sie bitte diesem Link. Da Sie, werter Leser, den Kontext des Zitats, das den ganzen Aufruhr ausgelöst hat, nun kennen, möchte ich mich zuerst einmal damit beschäftigen. Wie Sie selbst wohl festgestellt haben, spielt das Zitat keinerlei zentrale Rolle in der Rede, sondern diente nur der Einleitung des eigentlichen Themas. Wie schon der Absatz, der dem besagten Zitat - "Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten" - vorausgeht, macht deutlich, dass das Thema der Ansprache nicht im entferntesten Sinn der Islam ist, sondern die Frage des Verhältnisses zwischen Glaube und Vernunft. Im weiteren Verlauf der Ansprache wird das genannte Zitat vervollständigt. Im weiteren Verlauf folgen keinerlei Zitate mehr, aber einige Referenzen zum Neuen Testament, Philosophen wie Kant oder Pascal und auch zu den Reformatoren. Teilweise erfolgen diese Referenzen ähnlich unkommentiert wie das besagte Zitat, teilweise distanziert der Papst sich von den theologischen Idealen die er erwähnt. Im Unterschied zum vorhergehenden Zitat, erfolgen diese Referenzen jedoch eingebunden in die eigentliche Kernfrage seiner Ansprache und sind daher von andere Bedeutung. Es bleibt also festzuhalten, dass die Wortwahl oder der Aufbau der Rede keinen Aufschluss darüber gibt, wie der Papst zum besagten Zitat steht. Letzlich führt er nur Referenzen an, die ein Gottesbild zeichnen, das er für falsch hält. Ob er nun davon überzeugt ist, dass Mohammed dieses Gottesbild geprägt hat oder nicht, wird nicht klar. Es bleibt also festzuhalten, dass das fragliche Zitat in einer absolut neutralen Form verwendet wurde. Sollte der zitierte Kaiser Manuel II. Palaeologus mit seinen Worten unrecht gehabt haben, so spielt das für die weitere Argumentation keine Rolle, da das unterstellte Gottesverständnis nur eine Illustration ist. Vielleicht fragen Sie, werter Leser, sich nach dieser etwas langatmigen Einleitung nun, welche Rolle all das spielt, wenn es auf muslimischer Seite doch um den Vorwurf einer Beleidigung geht. Der Grund, warum ich das alles so weit ausführe, ist, dass mir der Kontext sehr wichtig ist. Er entscheidet letztlich darüber mit, ob ein herausgegriffenes Zitat richtig interpretiert wurde oder nicht. Im angeführten Kontext wird klar, dass aufgrund der differenzierten Haltung der ganzen Rede, von einer Beleidigung keine Rede sein kann, da der Kontext dies klar als Missverständnis erkennen lässt. Diesen Punkt hat auch der Papst betont, indem er in seiner Stellungnahme bedauerte, dass er missverstanden wurde. Nun gibt es in der islamischen Welt aber auch Stimmen, die erklären, dass es sich nicht um ein Missverständnis handle und daher ein Widerruf nötig sei. Obwohl wir diese Möglichkeit als Folge der Analyse des Kontextes schon ausgeschlossen haben, wollen wir uns einmal auf den hypothetischen Standpunkt stellen, dass der Papst das Zitat deswegen gewählt hat, weil er seiner Aussage zustimmt. Diese würde bedeuten, dass auch er der Meinung ist, dass Mohammed der Welt nichts Gutes gebracht habe. Wäre dies eine Beleidigung Mohammeds? Aus meiner Sicht ist das ausgeschlossen. Kein Christ könnte es als Beleidigung Jesu verstehen, wenn seine Lehre von irgendwem als schlecht abgelehnt würde. Dies stellt eine Meinung dar, die ein jeder Mensch sich nach seinem Gutdünken bilden kann. Eine Meinung wird jedoch durch Information oder oft auch durch einen Mangel an Information oder gezielte Desinformation gebildet. Entspricht eine Meinung somit der Faktenlage, bedeutet dies, dass sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr ändern wird, da die Fakten sie nicht herausfordern. Entspricht sie der Faktenlage nicht, so wird sie sich im Laufe der Zeit auf der Basis von Fakten verändern. Dies ist natürlich eine idealisierte Darstellung, da wohl nicht weniger Irrtümer zur Entwicklung unserer Meinung beitragen als Fakten. Dennoch unterscheidet sich der Fakt vom Irrtum in der Hinsicht, dass er sich nicht ändern wird, auch wenn unsere allgemeine Informationslage sich verbessert. Der Irrtum kann durch Informationszuwachs ausgeräumt werden. Ein Beispiel für eine solche Einstellung ist das Buch "Der Davinci Code" von Dan Brown, das vor allem in seiner Kinofassung viel Wirbel verursacht hat, weil es Gedanken zu Fakten erklärt, die Christen als häretisch empfinden. Ohne den Kirchen eine perfekte Reaktion zusprechen zu wollen, war es leicht zu beobachten, wie viele Kirchen auf dieses Gedankengut durch Information reagierten. Sie konfrontierten jeden, der bereit war, die Gedanken von Dan Brown in Frage zu stellen, mit den Fakten und den Theorien, die daraus abgeleitet wurden und breiten Konsens fanden. Auch die Kirchen hätten es hier dabei belassen können, dazu aufzurufen Buch und Film aus dem Handel bzw. den Kinos zu verbannen, weil sie als beleidigend empfunden werden. Der Grund, dass dies nicht passiert ist, liegt darin, dass unser Wertesystem dem Einzelnen die Fähigkeit der Meinungsbildung zutraut. Aus unserer Geschichte kennen auch wir Zeiten als das nicht so war und halten es für einen großen Fortschritt, dass wir diese Periode vor langer Zeit hinter uns gelassen haben. Genau an diesem Punkt müssen wir jedoch ansetzen, wenn wir die muslimische Reaktion verstehen und deuten wollen. Wenn wir in unsere eigenen Geschichte blicken, so erkennen wir, dass unser Gesellschaftssystem des Mittelalters, das die gleichen Schwächen zeigte und in dem der Einzelne nur den Gedanken des Höhergestellen folgte, sehr stark politisch verwickelt war. Die Kirche, die die autoritative Meinung vorgab, teilte die weltliche Macht mit den weltlichen Herrschern, indem sie sie einsetzte oder auch ihren Segen gab oder vorenthielt. Diese Situation wurde in der christlichen Kirche überwunden, dauert aber im Islam noch an. Nun könnte man natürlich auf eine ähnliche Entwicklung im Islam hoffen und tatsächlich gibt es vereinzelte muslimische Stimmen, die nach einer solchen Reform des Islam rufen. An dieser Stelle kommt jedoch ein entscheidender Unterschied zwischen Christentum und Islam ins Spiel. Während weltliche Macht sich in der christlichen Tradition entwickelte und die biblische Autorität dafür nicht zwingend ist (wenn überhaupt vorhanden), kennt der Islam schon zu Lebzeiten Mohammeds eine Vermischung von geistlicher und weltlicher Macht. Während Jesus von den Machthabern des Landes, in dem er lebte (nach dem Wunsch seines eigenen Volkes) an ein Kreuz genagelt wurde, gründete Mohammed einen eigenen Staat, dessen Gesetze durch und durch am Islam ausgerichtet wurden. Dies bedeutet auch, dass weltliche Macht klar ins Zentrum des Islams rückte, da sie eine Erweiterung des Machtbereichs Allahs bedeutete. Wahrer, unverfälschter Islam, bekam eine Definition, die nur noch unter einer muslimischen Regierung perfekt erfüllbar war. Dies bedeutet, dass es einem Moslem nicht möglich ist, den Vorwurf, dass der Islam mit dem Schwert verbreitet werden kann, mit Fakten zu entkräften. Ohne allen Muslimen unterstellen zu wollen, dass sie mit Gewalt nichtmuslimische Länder in muslimische Länder zu verwandeln, bleibt klar festzuhalten, dass derjenige, der dieses Streben zeigt, im Islam gerechtfertigt ist, da er für die Sache Allahs kämpft. Ich verzichte an dieser Stelle auf Zitate, da unsere Website, speziell die englischen Seiten, diese These mit vielen Zitaten und Fakten untermauert und es hier zu weit führen würde, dies alles nochmals anzuführen. Weiter muss Ihnen, werter Leser, klar sein, dass Mohammed, der Prophet des Islam, nach muslimischem Verständnis mit dem Koran nur das Wort Gottes gesprochen hat, dessen Inhalt oder Wortlaut er in keiner Weise beeinflusst haben soll. Der Koran erklärt nun aber auch Mohammed zum perfekten Vorbild für alle Muslime, weshalb es eine Gotteslästerung darstellt, ihm Schlechtes zu unterstellen. Dies ist der Grund, warum Muslime mit solcher Schärfe auf eine Beleidigung ihres Propheten reagieren. Welchen Schluss wollen wir nun aber aus all diesen Darlegungen ziehen. Wenn der Papst nach dem muslimischen Verständnis Mohammed beleidigt hat, muss er sich dann dafür entschuldigen oder gar seine Aussagen widerrufen? Die Antwort darauf ist ein klares Nein. Die Anerkennung des Tatbestandes der Beleidigung, ist eine indirekte Anerkennung der Göttlichkeit Allahs, des Gottes des Islam. Dieser Gott kann aber z.B. auch auf der Basis der von Benedikt XVI. dargelegten Gründe, dass seine Autorität völlige Widersinnigkeit nicht ausschließt, unmöglich als der Gott der Bibel verstanden werden. Der Gott der Bibel hat sich immer als ein Gott offenbart, der es nicht scheut, sich hinterfragen zu lassen (vgl. z.B. 1. Mose 18,16ff). Wenn Allah, der Gott Mohammeds, aber nicht der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs und der Vater Jesu Christi ist, so gibt es für Benedikt XVI., wie für jeden anderen Christen auch, keine Möglichkeit, den Tatbestand der Beleidigung anzuerkennen. Es ist daher umso bedauerlicher, dass eine herausfordernde Aussage über den Propheten des Islam unter dem schieren Druck der islamischen Welt durch ein Zitat aus dem Konzildokument "Nostra aetate" ersetzt wurde, das sich wie folgt liest: "Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslime, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat." Dieses Zitat suggeriert, dass der Gott des Islam Gemeinsamkeiten mit dem Gott der Bibel habe. Dies entspricht - wie unsere Website auf vielerlei Weise aufzeigt - nicht den Tatsachen. Nach meiner Überzeugung, kam das ursprüngliche Zitat des Kaisers Manuel II. Palaeologos der Wahrheit um einiges näher als diese Erklärung. Benedikt XVI. hätte also gut daran getan, die Herausforderung aufrechtzuerhalten oder gar zu bekräftigen. Zwar ist damit zu rechnen, dass das viele Gewaltausbrüche zur Folge gehabt hätte, aber die Wahrheit darf sich der Gewalt nicht beugen. Wie auch schon mehrfach öffentlich geäußert wurde, bestätigen jegliche Ausbrüche von Gewalt gegen Katholiken oder Christen anderer Denomination die Worte des Papstes auf einzigartige Weise. Wenn wir die Wahrheit jetzt nicht aufrechterhalten, was hält dann die Lüge davon ab, immer weiter Boden gut zu machen? -
Die Strafe für den Abfall vom Islam
Zusammenfassung Während Mohammeds Lebenszeit und der Lebenszeit der nächsten vier "Rechtgeleiteten Kaliphen", kehrten einige Muslime dem Islam den Rücken. Die Bestrafung für den Abfall vom Islam war der Tod. Die, die den Islam verlassen hatten, wurden entweder sofort getötet oder bekamen einige Tage Zeit zum Islam zurückzukehren. Wenn sie weiterhin dem Islam abschwören wollten, wurden sie getötet. Diese Todesstrafe wird verhängt, egal ob der Abfall in einem islamischen Staat stattfand oder nicht. Text in eckigen Klammern [] sind meine Kommentare, Text in runden Klammern () stammt aus den Hadithen selbst. Eines der kontroversesten Themen für Muslime im Westen ist die Bestrafung für den Abfall vom Islam. Muslime, die im Nahen Osten leben, bereitet das Konzept der Todesstrafe für Apostaten (d.h. vom Islam Abgefallene) keine Schwierigkeiten. Für Muslime, die im Westen leben, jedoch, ist dies ein peinlicher islamischer Erlaß. Der Westen mißt der Meinungs- und Redefreiheit sehr hohen Wert bei, zwei Werte, die im Islam niemals gediehen sind. Folglich verstecken sich Muslime im Westen, wenn sie nach dem Gesetz über den Umgang mit Apostaten gefragt werden, hinterf Ausreden wie "nur ein wahrhaft islamischer Staat kann Apostaten hinrichten" oder "die Bestrafung wurde nur vollzogen, weil die Apostaten eine Bedrohung für den jungen islamischen Staat waren und heute brauchen wir das nicht mehr". Was genau war zu Zeiten Mohammeds und der Kaliphen Gesetz? Galt das Urteil nur für einen kurze Zeitspanne? Wurde es nur unter "wahrhaft islamischer Herrschaft" verhängt oder traf es jeden, der dem Islam den Rücken kehrte? Eine genaue Untersuchung des Koran, der Hadithen (d.h. der außerkoranischen Überlieferung, Anm. d. Übersetzers) und der Sirat (d.h. der Biographie Mohammeds, Anm. des Übersetzers) wird zeigen, daß tatsächlich die Strafe für das Verlassen des Islams, sei es unter islamischer Herrschaft oder auch nicht, die Hinrichtung war.
Zunächst einmal ist der Koran nicht sehr deutlich und stellt nicht explizit fest, daß Apostaten getötet werden sollten. Jedoch gibt es eine Reihe koranischer Verse, die den Abfall vom Islam betreffen und diese geben Aufschluß über die Strafe für Apostaten. Beginnen wir mit dem Koran. Sure 9,73-74 O Prophet, kämpfe gegen die Ungläubigen und die Heuchler. Und sei streng mit ihnen. Ihre Herberge ist Dschahannam, und schlimm ist das Ende.Sie schwören bei Allah, daß sie nichts gesagt hätten, doch sie führten unzweifelhaft lästerliche Rede, und sie fielen in den Unglauben zurück, nachdem sie den Islam angenommen hatten. Sie begehrten das, was sie nicht erreichen konnten. Und sie nährten nur darum Haß, weil Allah - und Sein Gesandter - sie in Seiner Huld reich gemacht hatten. Wenn sie nun bereuen, so wird es besser für sie sein; wenden sie sich jedoch (vom Glauben) ab, so wird Allah sie in dieser Welt und im Jenseits mit schmerzlicher Strafe bestrafen, und sie haben auf Erden weder Freund noch Helfer. Wir werden sehen, daß Allah Mohammed drängt, die, die den Islam verlassen haben, "bekämpfen". Außerdem finden wir die Aussage, daß "Allah sie in dieser Welt und im Jenseits bestrafen wird". Was genau Mohammed mit diesen Leuten tun sollte, wenn er sie bekämpft, ist nicht explizit erwähnt, aber man kann vermuten, daß sie körperlich bestraft werden oder sogar direkt getötet. Darüber hinaus wird Allah selbst die bestrafen, die den Islam verlassen. Was ist seine Strafe? Wie sie auch aussieht, sie wird nicht angenehm sein. Sure 47,22-25 (Wollt) ihr denn, indem ihr euch (vom Glauben) abwendet, Verderben im Land anrichten und die Bande eurer Blutsverwandtschaft zerreißen? Diese sind es, die von Allah verflucht sind, so daß Er sie taub macht und ihre Augen erblinden läßt... Wahrlich jene, die den Rücken kehren, nachdem ihnen die Rechtleitung sichtbar geworden ist - Satan hat es ihnen eingeredet und ihnen falsche Hoffnungen gemacht... Wiederum bestraft Gott Menschen in dieser Welt, aber die Details der Strafe sind nicht erwähnt... außer daß sie "taub und blind" macht. Ohne Frage ist dies geistliche Blindheit, da Millionen den Islam verlassen haben, ohne daß sie jemals physisch blind wurden. Bemerkenswert ist auch Mohammeds Angst und Haß auf die, die den Islam verlassen haben - er behauptet, daß sie "Verderben im Land anrichten und die Bande [ihrer] Blutsverwandtschaft zerreißen". Vielleicht ist seine fälschliche Annahme die Rechtfertigung dafür, daß er befiehlt, apostaten zu töten. Außerdem könnte man noch in Sure 3,86-91 und Sure 16,106 nachlesen. Diese Verse stellen klar fest, daß Apostaten mit dem Höllenfeuer bestraft werden. Dennoch ist die Strafe, die sie bekommen, während sie noch am Leben sind unklar, auch wenn sie impliziert wird. Sure 4,137 lehrt uns auf ähnliche Weise, daß Gott den Apostaten nicht vergeben wird, aber es wird keine irdische Strafe erwähnt. Zuletzt werden Apostaten noch in 3,72; 5,54 und 9,107 erwähnt, aber keine dieser Koranstellen gibt klar Aufschluß über die Angelegenheit. Zusammenfassung zu den Versen aus dem Koran Ein Überblick über die Position des Korans zu Apostaten: Mohammed soll sie "bekämpfen" Allah wird sie in dieser Welt und im Jenseits bestrafen Allah verflucht sie Sie werden mit dem Höllenfeuer bestraft Das "Dictionary of Quranic Terma and Concepts", Seite 16 (verfaßt von M. Mir, einem muslimischen Autor), definiert die tatsächliche koranische information als. "ABTRÜNNIGKEIT Arabisch 'iritad'. Traditionelles islamisches Recht schreibt die Todesstrafe vor für einen Muslim, der abtrünnig wird. Die Straqfe ist nicht im Koran erwähnt, sondern soll auf bestimmten Hadithen begründet sein. Die Unterstützer und Gegner der besagten Strafe haben, beim Versuch im Koran Bestätigung ihrer Sicht zu finden, bestimmte Verse des Koran herangezogen, aber es ist eine Tatsache, daß keines der Argumente dem Kontext des Korans vollständig gerecht wird.
Die Lehren der Hadith zum Abfall vom Islam Unser Verständnis und unsere Information zur Strafe für Apostaten stammt aus der Hadith. Diese läßt keinen Zweifel mehr über das Thema. Alle Zitate sind aus Bukharis Hadith, aus dem 9. Band. (Mangels deutscher Übersetzung wurde die englische Übersetzung von Dr. Muhammad Muhsin Khan ins Deutsche übersetzt, Anm. d. Übersetzers) Bukhari, Band 9, Nr. 17 "Abdullah berichtete: Allahs Gesandter sagte, 'Das Blut des Muslims der bekennt, daß niemand das Recht hat angebetet zu werden als Allah und daß ich sein Prophet bin, kann nicht vergossen sein, es sei denn in drei Fällen: in Quisas (Gleichheit in der Strafe) für Mord, eine verheiratete Person, die ungesetzlichen Sexualverkehr begeht und einer, der sich vom Islam abwendet (Apostat) und die Muslime verläßt." Bukhari, Band 9, Nr. 37 Abu Qilaba berichtete: Einmal saß Umar bin Abdul Aziz auf seinem Thron im Hof seines Hauses, damit sich die Leute vor ihm versammeln konnten... Er antwortete: "Bei Allah, Allahs Gesandter tötete niemals jemanden, außer in einer der drei folgenden Situationen: 1) Eine Person die jemanden ungerecht getötet hatte, wurde getötet (in Quisas,) 2) eine verheiratete Person, die ungesetzlichen Sexualverkehr beging und 3) ein Mann der gegen Allah und seinen Gesandten kämpfte, den Islam aufgab und ein Apostat wurde..." In Kapitel 2 des Buchs "The Book of obliging the Reverters from Islam, Seite 42, (nach Hadith Nr. 56) lesen wir: "Die gesetzliche Regelung bezüglich eines Mannes oder einer Frau, die vom Islam abfallen (Apostaten), sagte Ibn Umar Az-Zuhri und Ibrahim: 'Eine weibliche Abtrünnige (die sich vom Islam abwendet) sollte getötet werden. Und die Rückkehrer sind verpflichtet Buße zu tun, sagte Allah..." Im Anschluß an dieses Kapitel werden einige Verse aus dem Koran angegeben, worunter eine der schon erwähnten sind. Konkret sind das 3,86-89; 3,100; 4,137; 5,54; 16,106-110; 2,217. Bukhari, Band 9, Nr. 57 "Ikrima berichtete: 'Einige Atheisten wurden zu Ali gebracht und er verbrannte sie. Nachricht davon erreichte Ibn Abbas, der sagte: `Wenn ich an seiner Stelle gewesen wäre, hätte ich sie nicht verbrannt, denn Allah verbot das, indem er sagte: `Bestraft niemanden mit Allahs Strafe (Feuer).` Ich hätte sie so gestraft, wie der Gesandte Allahs es angeordnet hat, `Wer seine islamische Religion ändert, den töte.``'" Bukhari, Band 9, Nr. 58 "Abu Bruda berichtete: 'Abu Musa sagte... siehe ein gefesselter Mann saß neben Abu Musa. Muadh fragte: 'Wer ist dieser (Mann)?' Abu Musa sagte: 'Er war ein Jude und wurde Muslim und kehrte dann zum Judentum zurück.' Daraufhin forderte Abu Musa Muadh auf, sich zu setzen, aber Muadh sagte, 'Ich werde mich nicht setzen, bevor er nicht getöt wurde. Das ist das Gericht Allahs und seines Propheten.' und wiederholte dies dreimal. Dann gab Abu Musa den Befhl, den Mann zu töten und er wurde getötet. Abu Musa fügte hinzu: 'Dann diskutierten wir die Nachtgebete...'" Bukhari, Band 9, Nr. 64 "Ali berichtete: 'Jedes Mal, wenn ich euch über den Gesandten Allahs berichte, bei Allah, würde ich lieber vom Himmel herabstürzen, als ihm eine Aussage fälschlich zuzuschreiben. Aber wenn ich euch etwas zwischen mir und dir erzähle (keine Hadith), dann ist das in Wirklichkeit ein Trick (d.h. ich könnte Dinge sagen, nur um meinen Feind zu täuschen). Ganz ohne Zweifel hörte ich den Gesandten Allahs sagen: `Während der letzten Tage werden junge, törichte Leute auftauchen, die schöne Worte machen, aber deren Glaube nicht weiter geht als bis zum Hals (d.h. sie werden keinen Glauben haben) und die aus ihre Religion verlassen werden, wie ein Pfeil ein Spiel verläßt. Wo ihr sie auch findet, tötet sie. Denn jeder der sie tötet, wird dafür am Tag der Auferstehung belohnt werden.'" Bukhari, Band 9, Nr. 271 [Dies ist ähnlich wie Nr. 58] "Abu Musa berichtete: Ein Mann entschied sich für den Islam und kehrte dann zum Judentum zurück. Muadh Jabal kam und sah den Mann mit Abu Musa. Muadh fragte: 'Was ist das Problem mit diesem (Mann)?' Abu Musa antwortete: 'Er hat sich für den Islam entschieden und ist dann zum Judentum zurückgekehrt.' Muadh sagte: 'Ich werde mich nicht setzen, wenn du ihn nicht tötest (denn dies ist) der Erlaß Allahs und seines Gesandten.'" Bukhari, Kapitel 26, aus dem "Book of Mutual Consultation", Seite 339, nach Hadith Nr. 461 "Die Aussage Allahs... 42,32; 3,159; ...Der Prophet sagte: 'Wenn jemand seine Religion verändert, dann töte ihn...'"
Andere Referenzen Aus der Sirat Rasulallah und dem Kitab Al-Tabaqat Al-Kabir. Nachdem Mohammed Mekka eingenommen hatte, befahl er, daß eine Reihe von Menschen getötet werden sollten. Mehrere darunter waren Apostaten. Der Hintergrund ist folgender: Mohammed ordnete die Hinrichtung von 10 Menschen an, als er Mekka einnahm. Dies ist die Liste der Namen, die man in Ibn Sa'd "Tabaqat". Das Zitat stammt aus dem Tabaqat, Band 2, Seite 168. "Der Prophet Allahs betrat [Mekka] durch Adhakhir und verbot den Kampf. Er ordnete an, daß sechs Männer und 4 Frauen getötet werden sollten. Diese waren (1) Ikrimah Ibn Abi Jahl, (2) Habbar Ibn al-Aswad, (3) Abd Allah Ibn Sa'd Ibn Abi Sarh, (4) Miqyas Ibn Sababah al-Laythi, (5) al-Huwayrith Ibn Nuqaydh, (6) Abd Abbah Ibn Hilal Ibn Khatal al-Adrami, (7) Hind Bint Utbah, (8) Sarah, the mawlat (enfranchised girl) of Amr Ibn Hashim, (9) Fartana und (10) Qaribah. Die Sirat Rasulallah erwähnt einige Details, die sich hinter dieser Liste von Namen verbergen. Die folgende Information bezieht sich auf Nr. 3 in der Liste. "Der Prophet hatte seine Heerführer angewiesen, daß sie beim Betreten Mekkas nur die bekämpfen sollten, die ihnen Widerstand leisteten, abgesehen von einer kleinen Anzahl von Menschen, die selbst dann getötet werden sollten, falls sie sich unter den Vorhängen der Kaba befinden sollten. Darunter war Abdullah Sa'd, der Bruder B. Amir Luayys. Der Grund, warum er anordnete, diesen zu töten, war, daß er ein Muslim gewesen war und für gewöhnlich Offenbarungen niederschrieb; dann fiel er vom Glauben ab, kehrte nach Quraisch [Mekka] zurück und floh zu Uthman Affan, dessen Pflegebruder er war. Dieser versteckte ihn bis er ihn zum Prophet brachte, nachdem sich die Situation in Mekka beruhigt hatte, und bat darum, daß man ihn verschonen möge. Es wird behauptet, daß der Prophet lange still geblieben sei, bis er [Mohammed] schließlich ja sagte [und damit Abdullah Verschonung von der Hinrichtung gewährte].
Analyse Wir stellen fest, daß, obwohl harte körperliche Bestrafung im Koran erwähnt wird, nicht dargelegt wird, wie diese Strafe auszusehen hat. Jedoch finden wir in Bukharis Hadith, daß die Strafe der Tod ist. Es gibt hier keinen Zweifel. Mohammed lehrte ganz eindeutig, daß Apostaten getötet werden müssen! Desweiteren finden wir, im Gegensatz zu den Behauptungen vieler muslimischer Apologeten, daß diese Apostaten getötet werden sollen, wo auch immer man sie findet (s. Bukhari, Band 9, Nr. 64). "Wo auch immer ihr sie findet, tötet sie. Denn wer sie tötet, der wird am Tag der Auferstehung belohnt werden." Dies lehrt uns, daß Muslime angewiesen sind, Apostaten zu töten. Darüber hinaus werden die, die den Mord ausführen, im Himmel belohnt werden. Daran anknüpfend, lesen wir sowohl bei Ibn Sa'd als auch bei Ibn Hisham, daß die Hinrichtung derer, die abgefallen sind, bevor ein islamischer Staat in Mekka ausgerufen wurde, angeordnet wurde. Diese Menschen waren Muslime, die in Medina lebten und später dem Islam den Rücken kehrten. Als Mohammed die Möglichkeit hatte, ihre Tötung zu befehlen, tat er es. Diese Menschen entsprechen Muslimen die im Westen leben und den Islam verlassen. Gemäß der Sunna stehen diese Muslime schon unter einem Todesurteil. Es wäre nicht gegen islamisches Recht, diese Ex-Muslime zu ermorden. Wenn überhaupt irgendetwas hier von Bedeutung ist, dann daß im Himmel eine Belohnung auf sie wartet.
Diskussion Ich fühle mich an die Worte Jesu erinnert: "Es kommt sogar die Stunde, daß jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu tun." (Joh 16,2b) Tatsächlich haben viele Muslime, die zum Christentum übergetreten sind, dies mit ihrem Leben bezahlt! Als ich in einem islamischen Land lebte, habe ich mit einigen Muslimen über die Strafe für Apostaten gesprochen. Mehrere gebildete Muslime erzählten mir, daß es in Europa muslimische Todesschwadronen gäbe und daß man versuche, ähnliche Todesschwadronen in den USA aufzubauen. Eine Ihrer Aufgaben sei, die zu ermorden, die den Islam verlassen haben. Während Muslime im Westen sehr schnell dabei wären, dies zu leugnen oder abzustreiten, unterstützen Muslime, die im Nahen Osten leben, es. Wenn ich muslimische Freunde im Nahen Osten fragte, ob sie diese Todesschwadronen guthießen, antworteten alle mit ja. Dieser Aspekt des Islam gibt einen Eindruck von seiner häßlichsten Seite, d.h. dem Mord an denen, die selbst denken. Wenn wir heute die islamische Welt betrachten, so ist sie rückständig, rückschrittlich und primitiv. Die armen Menschen, die in den Islam hinein aufgewachsen sind, die dieses dunkle System übernehmen mußten, werden gefangen gehalten. Es ist kein Wunder, daß ihre Länder sich zurückentwickeln, weil Meinungsfreiheit, die Freiheit zur Kreativität und Redefreiheit erstickt werden. Wir sehen die muslimischen Staaten immer weiter hinter den Rest der Welt zurückfallen, sei es in Bildung, Wissenschaft oder den Künsten. Je islamischer ein Staat wird, desto weiter entwickelt er sich zurück. Frage- Was Was tut man mit einer Religion, die dem Menschen verbietet zu denken und selbst zu entscheiden? Genau genommen ist der Islam eine Form religiöser Sklaverei. "Verlaß den Islam und du stirbst!"
- Wie beeinflussen die mentalen Fesseln die Gesellschaft und ihre Fähigkeit, ihre Mitglieder zu versorgen?
- Den Islam zu verlassen bedeutet nicht unbedingt, daß eine Person ihrem Volk den Krieg erklärt. Ist es unmöglich, daß ein Mensch, der als Muslim geboren wurde, seinem Land dient und seinem Volk nicht schadet?
Schlußfolgerung Mohammed lehrte, daß Apostaten ermordet werden sollen, egal wo sie sind. Dieses Todesurteil kann vollstreckt werden, unabhängig davon wo diese Muslime gefunden werden, entweder in einem muslimischen Land oder in einem nicht-muslimischen. Der Koran unterstützt dieses Verständnis und sowohl die Hadith als auch die Sirat legen diesen Teil des islamischen Gesetzes fest.
Dieser Artikel ist eine Übersetzung der Urfassung von "The punishment for apostasy from Islam".
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Der Islam im Licht des Evangeliums I
Vorbemerkung Für die meisten Muslime ist eine Beurteilung des Islam im Licht der Bibel schwer zu akzeptieren, da sie es zu selbstverständlich gewohnt sind, einseitig den christlichen Glauben im Licht des Korans zu beurteilen. Aus Gründen der Fairness müssen Muslime es lernen, umgekehrt auch ihrem Glauben in Frage stellen zu lassen. Sie müssen akzeptieren, dass Christen von ihrem Glauben genauso überzeugt sind wie Muslime von ihrem eigenen Glauben. Nur unter dieser Voraussetzung kann von einem ehrlichen Dialog gesprochen werden. Der Islam ist in sich sehr vielschichtig. Es ist mein Anliegen, den breiten Strom muslimischen Selbstverständnisses zu erfassen, was dem Nichtmuslim natürlich immer nur annährend gelingen kann. Dabei unterscheide ich zwischen dem Islam als einer geistigen Größe und dem einzelnen muslimischen Menschen. Die kritische Auseinandersetzung mit einer Weltreligion ist m.E. von der Begegnung mit dem konkreten Menschen zu trennen. Mit den meisten Muslimen bin ich darin einig, dass die Frage nach der Wahrheit nicht ausgeklammert werden kann. Wahrheit ereignet sich nicht einfach in der Begegnung von Menschen, sondern ist eine 'absolute', außerhalb des Menschen seiende Größe. Für viele Muslime ist es selbstverständlich, dass die Gottesoffenbarung, die Muhammad nach islamischem Glauben empfing, 'die absolute Wahrheit' ist. Diese fundamentalistische Position ist heute unter Muslimen sehr verbreitet. Man kann mir natürlich den Vorwurf machen, dass ich mich auf diese fundamentalistische Denkebene begebe und eine Konfrontation von zwei Wahrheitsansprüchen betreibe, wenn ich mich auf die Bibel als auf die offenbarte göttliche Wahrheit berufe. Das ist aber nur sehr bedingt richtig. Islam und biblischer Glaube haben ein sehr unterschiedliches Offenbarungsverständnis. Der Islam gründet sich letztlich auf ein Buch, den Koran, während der christliche Glaube sich auf eine Person gründet, Jesus Christus. Deshalb sind muslimischer und christlicher 'Fundamentalismus' letztlich nicht vergleichbar. Zwar kennen Christen Jesus Christus nicht anders als durch die Schriften des Neuen Testamentes. Aber nach christlichem Glauben sind diese Schriften nicht eine Glaubensnorm im koranischen Sinne, sondern das vielstimmige Zeugnis vom Handeln Gottes in Jesus Christus, welches durch den Geist Gottes auch für jede neue Generation zum lebendigen Gotteswort wird. Ich zitiere den Koran nach der Übersetzung des deutschen Islamwissenschaftlers Rudi Paret (Der Koran, Übersetzung, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz 5. Aufl. 1989). Die Verszählung entspricht der heute allgemein üblichen Kairoer Zählung. R.Parets Übersetzung enthält paraphrasierende Einschübe, die in Klammern gesetzt worden sind, also nicht im arabischen Text stehen, sondern eine Deutung des Sinnes wiedergeben. Da der arabische Korantext aus Reimprosa besteht, sind die Sätze oft äußerst knapp und vieldeutig. Koranübersetzungen und -auslegungen können deshalb sehr von einander abweichen. Methodisch gehe ich so vor, dass ich den wesentlichen Epochen des von der Bibel bezeugten göttlichen Heils folge und frage, wie sich der Islam im Licht dieser biblischen Heilsgeschichte verstehen und einordnen lässt.Die Begriffe in Bibel und Koran sind ähnlich – der Inhalt ist unterschiedlich
Der Islam entstand etwa 500 Jahre nach Abfassung der letzten biblischen Schriften. Ein direkter biblischer Bezug auf den Islam ist deshalb ausgeschlossen. Eine biblisch begründete Beurteilung des Islam kann sich daher nicht auf einzelne Bibelverse, sondern nur auf das biblische Gesamtzeugnis stützen. Im Koran sind zahlreiche biblische Ausdrücke und Themen aufgenommen worden, z. B. die Barmherzigkeit und die Gnade Gottes, die Sünde des Menschen, das Gebet zu Gott usw. Sie haben jedoch im Zusammenhang des islamischen Glaubens einen neuen Bedeutungsinhalt bekommen. Es ist deshalb eine unzulässige Vereinfachung, unkritisch die der Bibel und dem Koran gemeinsamen Begriffe aufzuzählen und daraus den Schluss zu ziehen, dass eine weitgehende Übereinstimmung zwischen beiden herrsche. Jeder koranische Ausdruck muss vielmehr im Gesamtzusammenhang des Korans gesehen werden, wie das in gleicher Weise für die biblischen Begriffe gilt. Erlösung und Auslösung in Bibel und Koran Das arabische Wort kaffâra wird in der arabischen Bibel für das stellvertretende Sühneopfer Jesu gebraucht. Als Beispiel zitiere ich 1. Johannesbrief 4,10: "Darin besteht die Liebe: nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden." (1. Joh. 4, 10). Das gleiche Wort wird im Koran gebraucht, wenn es darum geht, eine Schuld durch ein gutes Werk zu sühnen: "Gott belangt euch (beim Gericht?) nicht wegen des (leeren) Geredes in euren Eiden. Er belangt euch vielmehr, wenn ihr eine (regelrechte) eidliche Bindung eingeht (und diese dann nicht haltet). Die Sühne dafür besteht darin, dass man zehn Arme beköstigt, so wie ihr gewöhnlich (w. im Durchschnitt) eure (eigenen) Angehörigen beköstigt, oder sie kleidet oder einen Sklaven in Freiheit setzt. Und wenn einer keine Möglichkeit (zu derartigen Sühneleistungen) findet, hat der (dafür) drei Tage zu fasten. Das ist die Sühne für eure Eide, wenn ihr schwört (und hierauf eidbrüchig werdet)." (Sure 5,89). Der Unterschied im Gebrauch des Wortes kaffâra ist deutlich. Im Islam sühnt der Schuldiggewordene seine Schuld selbst, während der Christ sich zu dem stellvertretenden Sühnopfer Jesu Christi bekennt. Die unkritische Feststellung, dass sowohl die Bibel als auch der Koran Sühne kennen, würde an dem eigentlichen Sachverhalt völlig vorbeiführen! Das Gebet in Bibel und Koran Das arabische Wort salât meint im Koran das rituelle Gebet, in welchem Muslime sich fünfmal am Tage als Sklaven vor ihrem Herrn niederwerfen. Davon unterschieden wird das Du'â-Gebet, ein Bittgebet, das Muslime zu jeder Zeit oder in bestimmten Lebenssituationen beten können. In der arabischen Bibel wird salaat für das biblisch verstandene Beten gebraucht, bei welchem ein persönliches Gottesverhältnis vorausgesetzt wird. Beten ist hier zuerst das Anrufen, Loben und Bitten des Vaters Jesu Christi, der sich in seinem Heilshandeln als der liebende, treue und nahe Gott erwiesen hat. Der Unterschied zwischen dem christlichen und dem muslimischen salât ist offensichtlich! Fortsetzung folgt! Quelle: Vom Verfasser leicht überarbeiteter Ausschnitt aus: E. Troeger, Kreuz und Halbmond. Was Christen vom Islam wissen sollten, Wuppertal 1996, S. 114ff. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages. -
Der Islam im Licht des Evangeliums II
Die biblische Prophetie und der Anspruch Muhammads
War Muhammad ein von Gott gesandter Prophet oder nicht? Diese Frage hat für das Verhältnis von Christen und Muslimen die größte Wichtigkeit. Ein häufig geäußerter Vorwurf von Muslimen an Christen lautet, dass es ihre größte Sünde sei, Muhammad nicht als Gesandten Gottes anzuerkennen, während der Islam umgekehrt Jesus und Mose sehr schätze. Unterschiedliche Vorstellungen vom prophetischen Amt Muhammad hatte Vorstellungen vom Auftrag eines Propheten, die sich nicht mit dem biblischen Zeugnis decken. Muhammad meinte, dass alle Propheten die gleiche Aufgabe hätten, nämlich die Menschen in jeweils wechselnden geschichtlichen Situationen und an verschiedenen Orten zum Islam aufzurufen, also zur Unterwerfung unter Gottes Willen. Dagegen hatten die Propheten Israels in bestimmten geschichtlichen Situationen ganz konkrete Weisungen und Tröstungen Gottes zu sagen. Davon scheint Muhammad aber nichts gewusst zu haben, denn die großen Schriftpropheten Jesaja, Jeremia und Hesekiel waren ihm offenbar nicht bekannt. Die Propheten und das Volk Gottes Im Unterschied zu Muhammads Auffassung ist zu beachten, dass die Propheten Israels im breiten Strom der göttlichen Heilsgeschichte standen. Sie gehörten zum Volk Gottes, bevor Gott sie zu Propheten berief. Als Angehörige des Bundesvolkes wussten sie um eine lange Vorgeschichte göttlichen Redens und Handelns, ehe sie Gottes Wort persönlich empfingen. Was sie dann an Gerichtsdrohung und Heilsankündigung im Auftrag Gottes sagten, war nicht ohne den Zusammenhang der bisherigen Heilsgeschichte denkbar. Eine Auslegung der Berichte über die Berufung der großen Propheten (Jesaja 6; Jeremia 1 und Hesekiel 1 - 3) würde das deutlich machen. Diese Einbettung in die vorausgegangene Heilsgeschichte fehlte bei Muhammad. Er hörte wohl vage Erzählungen von der Geschichte Gottes mit Völkern und Menschen - aber es war nicht seine Geschichte. Seine von ihm so verstandene Berufung zum Sprecher Gottes erfolgte nicht im Rahmen der bisherigen Heilsgeschichte. Das Bemühen, Muhammad nachträglich in eine Reihe von Propheten und Gesandten Gottes hineinzustellen und ihn sogar zum krönenden Abschluss dieser Reihe zu machen, wirkt ebenso konstruiert wie der Versuch, im Neuen Testament eine Weissagung auf Muhammad zu finden. Sure 7,157 spricht von gläubigen Schriftbesitzern, "die dem Gesandten, dem heidnischen Propheten, folgen, den sie bei sich in der Thora und im Evangelium verzeichnet finden..." Im Gespräch mit Muslimen begegnet oft die Behauptung, Johannes-Evangelium 14,16f. sei eine solche Weissagung auf Muhammad. Dort wird das Wort Jesu berichtet: "Ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit...". Das griechische Wort paraklätos (Tröster) habe ursprünglich parüklätos (deutsch: gepriesen, arabisch: muhammad) geheißen. Die Christen der ersten Jahrhunderte hätten die Vokalfolge abgeändert, um die Ankündigung des Kommens eines abschließenden Gesandten nach Jesus zu verschleiern. Hinter dieser merkwürdigen Behauptung steht zum einen der koranische Vorwurf, dass die Juden und Christen ihre Schriften Thora und Evangelium gefälscht hätten, zum anderen das islamische Unverständnis im Blick auf den Heiligen Geist. Eine Auslegung des ganzen Kapitels Johannes 14 würde deutlich machen, dass das Wort muhammad im Textzusammenhang völlig unverständlich wäre. Geschichtlicher Bericht oder Anspielung an Geschichte ? Da Muhammad außerhalb der biblischen Heilsgeschichte stand, bzw. sich gewissermaßen nachträglich in sie hineindrängen wollte, trägt die Sammlung der von ihm verkündigten Aussprüche (der Koran) weitgehend den Charakter allgemeiner Lehren, Warnungen und Ermahnungen. Geschichte spiegelt sich in ihnen nur insofern wider, als man am Koran das Geschick Muhammads und seiner Kämpfe zwischen den Zeilen herauslesen kann. Im Koran befinden sich zahlreiche Bezüge auf biblische Erzählungen. Während diese Berichte in der Bibel zumeist geschichtliche Darstellungen sind, finden wir im Koran nur Hinweise auf diese biblischen Erzählungen, die in eine Anrede Gottes an Muhammad eingekleidet sind. Als ein Beispiel folgen Auszüge aus der 5. Sure, in denen auf die Geschichte von den Kundschaftern (4. Mose 13 f.) Bezug genommen wird. "Und (damals) als Mose zu seinen Leuten sagte: "Leute! Gedenket der Gnade, die Gott euch erwiesen hat! (Damals) als er Propheten unter euch auftreten ließ (w. machte) und euch zu Königen machte und euch gab, was er (sonst) keinem von den Menschen in aller Welt gegeben hat. Leute! Tretet ein in das heilige Land, das Gott euch bestimmt hat, und kehrt nicht (gleich wieder) um, so dass ihr (letzten Endes) den Schaden habt!. Sie sagten: 'Mose! In ihm sind gewalttätige Leute. Wir werden es nicht betreten, solange sie nicht aus ihm herausgehen. Wenn sie jedoch aus ihm herausgehen, wollen wir (es) betreten.' Zwei Männer, fromme Leute, die Gott (besonders) begnadet hatte, sagten: 'Tretet durch das Tor ein (auch wenn ihr) gegen sie (Gewalt anwenden müsst?). Wenn ihr (nur einmal) dadurch eintretet, werdet ihr Sieger sein..." (VV. 20-23). Hinter diesem Stil steht die Auffassung, dass der Koran die durch einen Engel vorgetragene Anrede Gottes an den Propheten sei. In der Bibel dagegen ist die direkte Rede Gottes an Menschen in Berichte über die Geschichte Gottes mit diesen Menschen eingebettet. Als Beispiel für die zahlreichen Anspielungen an die Geschicke Muhammads zitiere ich aus der 3. Sure: "Und (damals) als du in der Frühe von deiner Familie weggingst, um die Gläubigen in die Stellungen zum Kampf (gegen die ungläubigen Mekkaner) einzuweisen! Gott hört und weiß (alles). (Damals) als zwei Gruppen von euch am liebsten aufgegeben hätten, wo doch Gott ihr Freund war (oder: ist). Auf Gott sollen die Gläubigen (immer) vertrauen. Gott hat euch doch (seinerzeit) in Badr zum Sieg verholfen, während ihr (eurerseits) ein bescheidener, unscheinbarer Haufe waret. Darum fürchtet Gott! Vielleicht werdet ihr dankbar sein." (Sure 3, 121 - 123). Diese Verse beziehen sich auf das wechselnde Kriegsglück in Muhammads Kämpfen gegen die Mekkaner bei Badr und am Berge Ohod. Prophetische Verheißungen und ihre Erfüllung Im Gegensatz zu Muhammad kündigten die Propheten Israels im Namen Gottes konkrete Gerichts- und Heilstaten Gottes an. Ihr Verheißungswort setzte sich damit dem Risiko der Nichterfüllung aus. Erst in der Erfüllung war der Prophet als Sprecher Gottes gerechtfertig: "Wenn aber ein Prophet von Heil weissagt - ob ihn der HERR wahrhaftig gesandt hat, wird man daran erkennen, dass sein Wort erfüllt wird." (Jeremia 28,9). Muhammad hat sich solchem Wagnis nicht ausgesetzt. Wir finden im Koran keine konkreten Verheißungen, bei denen Muhammad behaftet werden könnte. Was der Koran vom kommenden Gericht und Heil sagt, ist ganz allgemein gehalten. Als Beispiel dazu sei aus Sure 84 zitiert: "Wenn (dereinst) der Himmel zerbricht, auf seinen Herrn hört und es schicklich für ihn ist (sich gefügig zu zeigen)(?) (oder: und (wenn er zu einem solchen Akt des Gehorsams) verpflichtet wird?), wenn die Erde ausgebreitet (und eingeebnet) wird, auswirft, was sie (an Toten) in sich hat, sich (völlig) entleert (oder: sich (von allem) freimacht), auf ihren Herrn hört und es schicklich für sie ist (sich gefügig zu zeigen) (?) (oder: und (wenn er zu einem solchen Akt des Gehorsams) verpflichtet wird?) (ist die Stunde des Gerichts da)! Du Mensch! Du strebst mit all deinem Bemühen deinem Herrn zu, und so wirst du ihm (dereinst) begegnen..." (1 - 6). Die Rechtfertigung von Handlungen durch Offenbarungen ? So wenig konkret die Ankündigungen Muhammads waren, so offensichtlich ist es andererseits, dass seine Hör-Erlebnisse dazu herhalten mussten, bestimmte Handlungen zu rechtfertigen oder vorhandene Verlegenheiten zu beseitigen. Ein Beispiel dafür ist die Änderung der Gebetsrichtung. Während Muhammad zunächst von den Juden Jerusalem als Gebetsrichtung übernommen hatte, gab er sie vermutlich im Zuge der Auseinandersetzung mit den Juden Medinas auf. Die Änderung der Gebetsrichtung hat in der 2. Sure ihren Niederschlag gefunden: "Die Toren unter den Leuten werden sagen: 'Was hat sie (d.h. die Muslime) von der Gebetsrichtung, die sie (bisher) eingehalten hatten, abgebracht?' Sag: Gott gehört der Osten und der Westen. Er führt, wen er will, auf einen geraden Weg. Und so haben wir euch (Muslime) zu einer in der Mitte stehenden Gemeinschaft gemacht, damit ihr Zeugen über die (anderen) Menschen seiet und der Gesandte über euch Zeuge sei. Und wir haben die Gebetsrichtung, die du (bisher) eingehalten hast, nur eingesetzt, um (die Leute auf die Probe zu stellen und) in Erfahrung zu bringen, wer dem Gesandten folgt, und wer eine Kehrtwendung vollzieht (und abtrünnig wird). Es ist zwar schwer (was man von den Leuten verlangt), aber nicht für diejenigen, die Gott rechtgeleitet hat. Gott kann unmöglich zulassen, dass ihr umsonst geglaubt habt. Er ist gegen die Menschen mitleidig und barmherzig. Wir sehen, dass du unschlüssig bist, wohin am Himmel du dich (beim Gebet) mit dem Gesicht wenden sollst. Darum wollen wir dich (jetzt) in eine Gebetsrichtung weisen, mit der du gern einverstanden sein wirst: Wende dich mit dem Gesicht in Richtung der heiligen Kultstätte (in Mekka)! Und wo immer ihr (Gläubigen) seid, da wendet euch mit dem Gesicht in diese Richtung!" (Sure 2, 142-144). Jesus Christus ist die Erfüllung aller wahren Prophetie Die bisher angeführten Argumente machen es unmöglich, Muhammad in einer Linie mit den Propheten Israels zu sehen. Das stärkste Argument aber ist die Verkündigung der Apostel Jesu Christi von der Erfüllung der alttestamentlichen Prophetie in dem Messias Jesus. Die ganze Prophetie Israels drängt auf das Kommen des endzeitlichen Heilbringers hin. Die Bibel zeigt uns zu Beginn den Sündenfall des Menschen und das Überhandnehmen der Sünde (1. Mose 3 - 11) sowie als Antwort darauf das zielgerichtete Heilshandeln Gottes. Dieses begann mit der Erwählung Abrahams (1. Mose 12): "In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden." (V. 3). Darin bereitete Gott zunächst das Heil für das alte Bundesvolk Israel und schließlich für die Völkerwelt vor. Denn das Scheitern des alten Bundes - wegen des Ungehorsams Israels - war nicht das Ende der Heilswege Gottes. Vielmehr kündigte die alttestamentliche Prophetie nicht nur das Ende des alten, sondern auch den Abschluss des neuen Bundes in der Sendung des Christus an. Die Apostel bezeugten die Erfüllung dieser Weissagungen: "Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan..." (Galater-Brief 4, 4). "Auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja..." (2. Korinther-Brief 1, 20). "Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn..." (Hebräer-Brief 1, 1 f.). "Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt wurde, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen..." (1.Petrusbrief1,20). Auch dieses (erste) Kommen Jesu Christi ist noch nicht das letzte Ziel des Heilsplanes Gottes. Es ist vielmehr in die Zukunft hin offen - nicht für das Kommen Muhammads, sondern für Jesu Wiederkommen in Macht und Herrlichkeit (Apostelgeschichte 1,11; 1. Thessalonicher-Brief 1,10). Abraham - Israel - Jesus Christus - die weltweite Kirche - das vollendete Reich Jesu Christi - das sind die Steigerungen der biblischen Heilsgeschichte. Hier ist alles in Bewegung auf ein großes Ziel hin. Gibt es Prophetie nach Jesus Christus ? Als Erfüllung der alttestamtentlichen Ankündigungen war das Kommen des Christus (Messias) zugleich das Ende dieser Prophetie. Dies wird am deutlichsten an Johannes dem Täufer. Er war noch Prophet, also Ankünder Jesu Christi; ja, er war mehr als ein Prophet, weil er bereits den Verheißenen sah und in der Erfüllungszeit lebte (vgl. Matthäus-Evangelium 11, 9 - 11). Dennoch war er noch nicht in die Heilszeit eingetreten. Jesus sagte von ihm: "Der aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist größer als er." (V. 11). Das Kommen Jesu Christi ist die Wende der Zeit. Mit ihm begann etwas völlig Neues. Das Amt der alten Propheten unterschied sich deshalb deutlich von dem der Propheten in den jungen christlichen Gemeinden. Jene lebten und verkündigten auf das Heil zu, diese lebten und verkündigten vom gekommenen Heil her. Die Gemeinde-Propheten waren mit dem Geist Gottes erfüllt, der das Kennzeichen der Heilszeit ist. Der Heilige Geist sprach durch sie und gab durch sie der Gemeinde Weisungen auf ihrem Weg der Christusnachfolge (Apostelgeschichte 13, 1; 1. Korintherbrief 12,28). Der Heilige Geist verherrlicht Jesus Christus (Johannes-Evangelium 16,14). Martin Luther sagte: "Christus spricht, der Heilige Geist solle kommen und ihn verklären, spricht nicht, er solle ihn ändern oder verdunkeln." (zitiert im Pfarrerkalender am 08.November, Göttingen 1981). Jeder nach Jesus Christus erscheinende Prophet muss danach beurteilt werden, ob er vom Geist Jesu Christi erfüllt ist und Menschen zu Jesus Christus führt. Das aber können wir von Muhammad nicht sagen. Im biblischen Licht erscheint Muhammad als ein selbstberufener Prophet. Für seinen Anspruch ist in der biblisch verstandenen Heilsgeschichte kein Platz. Nur ein Missverständnis ? Vielleicht beruhte Muhammads prophetisches Selbstbewusstsein zunächst auf einem Missverständnis, da seine Kenntnis des Judentums und des Christentums sehr mangelhaft war und nur auf mündlichen - dazu entstellten - Informationen beruhte. In der Auseinandersetzung mit den Juden (und wohl auch einzelnen Christen) war Muhammad aber offensichtlich nicht bereit, seine Missverständnisse im Blick auf die biblischen Heilsgeschichte korrigieren zu lassen und auf seinen Anspruch zu verzichten. Vielmehr verteidigte er seinen Anspruch und bestritt gleichzeitig die Wahrhaftigkeit der biblischen Bücher. Vor allem bestritt er die Einmaligkeit Jesu Christi und machte sich selbst zum Siegel der Propheten. Damit hat sich Muhammad - wenigstens in der zweiten Phase seines öffentlichen Wirkens - zum typischen nachbiblischen und deshalb antibiblischen Verkündiger entwickelt. Fortsetzung folgt! Quelle: Vom Verfasser leicht überarbeiteter Ausschnitt aus: E. Troeger, Kreuz und Halbmond. Was Christen vom Islam wissen sollten, Wuppertal 1996, S. 114ff. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages. -
Der Islam im Licht des Evangeliums III
Wahre und falsche Prophetie
Das Alte Testament spricht an einigen Stellen von wahren und falschen Propheten. (z.B. 1. Könige 22, Jeremia 23 und 28 und Hesekiel 13,1-16), die im theologischen Sprachgebrauch auch als Unheil- bzw. Heilspropheten bezeichnet werden. Die falschen Propheten redeten den Menschen zu Gefallen. Sie verkündigen Heil, weil die Hörer es wünschen. Dagegen nennen die wahren Propheten ohne Rücksicht auf Nachteile für ihre Person Sünden beim Namen und warnen vor bestimmten Handlungen. 1. Könige 22 berichtet vom Krieg des israelitischen Königs Ahab gegen die Aramäer. Ahab forderte den judäischen König Joschafat auf, mit ihm in den Kampf zu ziehen. Auf Anraten Joschafats bat Ahab 400 Propheten um Weisung, ob er den Kampf um Ramot wagen solle oder nicht. "Sie sprachen: Zieh hinauf! Der Herr wird's in die Hand des Königs geben." (V. 6). Der König Judas war mit dieser prompten Antwort nicht zufrieden. Er hegte den Verdacht, dass hier nicht Gott durch Prophetenmund sprach, sondern Menschen dem König zu Gefallen redeten. "Joschafat aber sprach: Ist hier kein Prophet des HERRN mehr, dass wir durch ihn den Herrn befragen?" (V 7). Ahab nannte Micha Ben Jimla und machte sofort deutlich, wie wenig er die Wahrheit aus Prophetenmund schätzte: "Ich bin ihm gram; denn er weissagt mir nichts Gutes, sondern nur Böses." (V 8). Als Micha dann doch geholt wurde, lautete seine Weissagung: "Ich sah ganz Israel zerstreut auf den Bergen wie Schafe, die keinen Hirten haben." (V. 17). Die Unheilsweissagung des Micha behielt recht. Ahab fiel im Kampf. Nach Jeremia 28 weissagte der Heilsprophet Hananja: "So spricht der HERR Zebaoth ...: Ich habe das Joch des Königs von Babel zerbrochen, und ehe zwei Jahre um sind, will ich alle Geräte des Hauses des HERRN... wieder an diesen Ort bringen..." (V. 2 f.). Doch Jeremia musste Unheil weissagen: "So spricht der HERR Zebaoth...: Ein eisernes Joch habe ich allen diesen Völkern auf den Nacken gelegt, dass sie untertan sein sollen Nebukadnezar, dem König von Babel..." (V. 14). Zu Hananja sagte Jeremia: "Der HERR hat dich nicht gesandt; aber du machst, dass dies Volk sich auf Lügen verlässt." (V. 15). In Hesekiel 13 werden die falschen Propheten ganz offen als Lügner bezeichnet: "Ihre Gesichte sind nichtig, und ihr Wahrsagen ist Lüge." (V. 6). "Darum spricht Gott der HERR:... meine Hand soll über die Propheten kommen...Sie sollen in der Gemeinschaft meines Volkes nicht bleiben..." (V. 8f.). "Weil sie mein Volk verführen und sagen: "Friede!", wo doch kein Friede ist..." (V. 10). War Muhammad ein falscher Prophet im Sinne dieser Heilspropheten? Muhammad trat in Mekka zunächst als Warner vor dem kommenden Gericht Gottes auf. So heißt es z.B. in Sure 88,21: "Warne nun (deine Landsleute)! Du bist (ja) nur ein Warner..." (vgl. dazu Sure 84,1-6). Er musste sich dafür von den Mekkanern, die gar nicht daran dachten umzukehren, viel Spott und Anfeindung gefallen lassen. Insofern passt das Bild vom trügerischen Heilspropheten nicht zum Beginn der religiösen Tätigkeit Muhammads. Das hat sich jedoch im Laufe seines Lebens geändert. Die Warnung vor dem Gericht Gottes trat in seiner Verkündigung zugunsten der Regelung des Zusammenlebens seiner islamischen Gemeinschaft zurück. Dabei ist Muhammad viele Kompromisse eingegangen, durch die er die Anerkennung von Menschen erlangen wollte, z.B. bei der Änderung der Gebetsrichtung (vgl. Sure 2,142-144) und der damit verbundenen Einbeziehung der heidnischen Kaaba in den islamischen Kultus, bei der Rechtfertigung des bewaffneten Kampfes gegen seine Feinde (vgl. Sure 2,117) und bei der Rechtfertigung seines Ehelebens (vgl. Sure 33, 37.38.50). Vor allem aber ist zu beachten, wie Muhammad sich die Rettung vor dem Gericht Gottes dachte. Der ganze Koran macht deutlich, dass der bußfertigen Hinwendung zu Gott und dem Einhalten eines Mindestmaßes an Geboten und Verboten die Barmherzigkeit Gottes zur Folge haben (vgl. Sure 5,39). Mehrmals redet der Koran davon, dass Gott es dem Menschen leicht machen will: "Gott will euch Erleichterung gewähren. Der Mensch ist (ja) von Natur schwach." (Sure 4, 28). Trotz mancher rigoroser Bestimmungen im Strafrecht, trotz der Pflichten des fünfmaligen Gebets und des Fastens versteht sich der Islam als eine Erleichterung gegenüber dem harten mosaischen Gesetz und offensichtlich auch gegenüber der Askese christlicher Mönche, also als einen leichten Weg zum Heil. In diesem Sinne heißt es in Sure 7, 157 von Muhammad, dass er den Menschen "ihre drückende Verpflichtung und die Fesseln, die auf ihnen lagen, abnimmt." Deshalb wird Muhammad ein 'Verkünder froher Botschaft' genannt (z. B. Sure 5, 19). Der Grund liegt darin, dass Muhammad weder die Tiefe des menschlichen Sündenfalles („Der Sünde Sold ist der Tod“, Römer-Brief 6,23) noch die Tiefe der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes erkannte. Deshalb blieb für ihn die Erlösung im Kreuz des Gottessohnes Jesus Christus völlig unverständlich. Muhammad war der Verkünder einer Barmherzigkeit, die Gott nichts gekostet hat und dem Menschen die wahre Buße erspart. Er kam damit dem menschlichen Bedürfnis entgegen. Insofern lässt sich eine Verbindung zwischen Muhammad und den alttestamentlichen Heilspropheten aufzeigen. Fortsetzung folgt! Quelle: Vom Verfasser leicht überarbeiteter Ausschnitt aus: E. Troeger, Kreuz und Halbmond. Was Christen vom Islam wissen sollten, Wuppertal 1996, S. 114ff. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
